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Vijaya Rao ist derzeit eine der
profundesten Exponenten der klassischen indischen
Tanzkunst Bharata
Natyam. Sie ist eine engagierte Repräsentantin
der uralten doch zeitlosen indischen Tanztradition
und berühmt für ihre beispiellose Arbeit
in Europa als indische Tänzerin, Kulturbotschafterin
und Tanzlehrmeisterin.
Herkunft und Werdegang
Ursprünglich von Mysore und aufgewachsen
in einer südindischen Familie mit langer
Musiktradition, gehört Vijaya Rao heute zu
den bedeutendsten Tanzkünstlerinnen und Lehrerinnen
im Bereich des Bharata Natyam. Zwei ihrer Vorväter
waren die großen Musiker Veena Subbana und
der berühmte Flötist Palladam Sanjivarao.
Vijaya Rao erhielt ihre Initiation in den klassischen
indischen Tanz Bharata Natyam von Meister Shri
Umesh Herenjal, und in die klassische indische
Musik an der Sitar von Shri Rajbi Khan in Dharwad,
Nordwest-Karnataka, wo sie auch ihr Bühnendebüt
gab und ihr seltenes Talent als exquisite und
ausdrucksstarke Tänzerin unter Beweis stellte.
Später, unter der Führung des großen
Bharata Natyam Lehrmeisters Shri Pathagudy
S. Ramaswamy entfaltete sie sich zur vollendeten
Tänzerin, Tanzlehrerin und Tanzbegleiterin.
Sie genoss in ihrer Nattuvangam Ausbildung zur
Tanzbegleiterin ein Gesangsstudium in klassisch
indischer, sog. Karnatischer
Musik unter bedeutenden Lehrmeistern wie Smt.
Rajamma Keshavamurthy, Shri Bhimarao Raghuram
und Gottuvadyam Maestro Shri Narayanaswami
Purushothaman.
Vijaya Rao erntete erstes Ansehen
als Haupttänzerin der Bharata Natyam Tanztruppe
ihres ersten Lehrers Shri Umesh Herenjal, welche
vom Gymkhana Club der Universität Karnataka
für Aufführungen in Frankreich und Deutschland
nominiert wurde. Sie nahm ebenso an Tanzdarbietungen
des All India Radios von Dharwad sowie an zahlreichen
Tanzwettbewerben teil und gewann dabei achtbare
Preise. Im Jahr 1970 gewann sie, noch während
ihrem Universitätsstudium, am Tanzwettbewerb
der Karnataka Universität den ersten Platz
und wurde 1971 am Inter-University Youth Festival
in Mysore für Ihre Tanzdarbietung mit einer
Goldmedaille ausgezeichnet. Nach ihrem Universitätsabschluss
in Germanistik und Französisch gewann Vijaya
Rao 1976 ein Stipendium für ihre Doktorarbeit
und reiste ein Jahr später in die Schweiz
wo sie sich zwecks ihrer Dissertationsarbeit an
der Universität Zürich immatrikulierte.
Bald bekam sie Anfragen der universitären
Sportabteilung, Kurse in Indischem Tanz zu leiten.
In kürzester Zeit erlangte sie den Ruf einer
vorzüglichen und charmanten indischen Tänzerin.
Im Jahr 1979 heiratete sie den Schweizer Meditationspädagogen
Anton
Tönz und eröffnete mit ihm 1980
ihre eigene Schule für Indischen
Klassischen Tanz: die Nateschwara
Academie. Als Leiterin dieser Schule unterrichtet
sie heute wöchentlich mehr als 100 Schülerinnen
und Schüler.
Berufskarriere und Erfolge
Vijaya Rao gehört zu den seltenen Pionieren
der indischen Tanzkunst im Westen. Sie hat sich
seit 1977 unermüdlich dafür eingesetzt,
die authentische Form des Bharata Natyam und sein
traditionelles Repertoire zu lehren und bekannt
zu machen. Mehr als zwei Dekaden lang hat sie
regelmäßig Tanztourneen quer durch
ganz Europa unternommen, viele Jahre noch zusammen
mit ihrem Tanzlehrmeister Shri Pathagudi S. Ramaswamy
als ihr Sänger und Tanzbegleiter. Die Beherrschung
der deutschen Sprache und ihr tiefes Verständnis
für die Kunst des indischen Tanzes haben
Vijaya Rao befähigt – vor allem in
den deutschsprachigen Ländern, der Schweiz,
Deutschland und Österreich – auf lebendige
Weise in die Tänze einführen und diese
erklären zu können. Zweifellos hat dies
wesentlich zum Verständnis der indischen
Kunst und Kultur beigetragen und dieser zu einem
völlig neuen Stellenwert in der europäischen
Gesellschaft verholfen. In ihrer beispiellosen
und unermüdlichen Arbeit ist Vijaya Rao eine
der bedeutendsten Kräfte in der Verbreitung
und Belebung der indischen Tanzkunst im Westen.
Sowohl durch ihre Professionalität
und ihren hohen tänzerischen Standard, als
auch durch ihre fesselnde Persönlichkeit
und ihre lebendige Art diese altindische Tanzform
zu präsentieren, hat Vijaya Rao bei Experten
und Liebhabern der indischen Kunst und Kultur
in der Schweiz - und weit darüber hinaus
- gleichermaßen große Annerkennung
gewonnen. Vijaya Rao offenbart nicht nur die artistische
Tradition dieser Kunst sondern auch ihre verborgene
spirituelle Tiefe und Bedeutung. Darüber
hinaus besitzt sie die seltene Fähigkeit
Abhinaya (mimisches Schauspiel) durch subtile
Gefühlsregungen packend auszudrücken
und im Tanz in feinen Nuancen zu portraitieren.
Vijaya Rao hat den Ruf einer vollendeten Tanzlehrerin
mit exzellenten pädagogischen Fähigkeiten
sowie einer hervorragenden Choreographin, Tanzbegleiterin
und Sängerin. Sie kann ein ungewöhnlich
großes und kostbares Repertoire an alt überlieferten
Tänzen ihr eigen nennen. Von der Kontinuität
der indischen Kunsttradition überzeugt präsentiert
sie Bharata Natyam als eine vibrierende und bedeutende
Tanzform der heutigen Zeit. In ihrer Akademie
in Baden, Schweiz, unterrichtet sie zahlreiche
indische und europäische Studentinnen und
Studenten und hat etliche zu einem hohen Niveau
als Bharata Natyam-Tänzerinnen und -Tänzer
gebracht. Als einzige Künstlerin in Europa
beherrscht Vijaya Rao die anspruchsvolle Technik
der Tanzbegleitung mit Zimbeln und Gesang (Nattuvangam)
und begleitet damit sowohl die Erstauftritte ihrer
Schüler und Schülerinnen anlässlich
der Verleihung ihrer Abschlusszertifikate nach
Beendigung ihres Grundstudiums, als auch Auftritte
ihrer Tochter Sharmila
Rao und der Nateschwara Dance Company.
Als führende Exponentin und
Repräsentantin des einzigartigen Tanzstils
ihres Lehrmeisters Shri Pathagudi und seiner Tradition
hat Vijaya Rao zahlreiche choreographische Werke
präsentiert welche sowohl auf indischer Mythologie
und klassischer Literatur als auch auf westlichen
Themen basieren. Durch ihre Liebe zur altindischen
Sanskrit-Sprache und Literatur hat sie die Unterstützung
des bedeutenden Sanskritgelehrten und -Poeten
Indiens Prof. Dr. Jaydev Jani von der Universität
Vadodara (Baroda), gewonnen. Unter seiner Führung
für die literarische Textbearbeitung hat
Vijaya Rao einige ihrer geschätzten Werke
choreographiert, wie die Liebesballade „Savitri“,
mit welcher sie mit Tochter Sharmila 2002 durch
Europa tourte, und „Jesus
von Nazareth“ (1999), ein packendes
Tanzdrama über das Leben und Wirken von Jesus
Christus. Eine ihrer bedeutendsten choreographischen
Produktionen ist zweifellos „Abhijnana
Shakuntalam“ (1994/1995), ein poetisches
Meisterwerk des indischen Nationaldichters Kalidasa
(ca. 200 n. Chr.), welche als eine ihrer wegweisenden
Arbeiten gilt und sowohl von Kritikern als auch
vom Publikum in Superlativen gepriesen wurde.
Als ein weiteres Highlight gilt die Produktion
„Abbild
des Göttlichen“ (2005), welche
die himmlische Herkunft des indischen Tanzes zum
Thema hat und auf ideale Weise klassisch indische
Tanzkunst mit modernen technischen Produktionsmitteln
verbindet. Daneben choreographierte Vijaya Rao
zahlreiche Tänze des traditionellen Themenbereichs
sowie Soloprogramme wie: „Ashta Nayika“
(Die acht Gefühlszustände der Frau);
„Ballade der Liebe“; das Heldenepos
„Ramayana“; „Spiritualität
im Indischen Tanz“; und andere, in denen
sie das klassische indische Tanz-Drama und –Schauspiel
auf ihre ursprüngliche, subtil differenzierte
stilistische Form des Nritya Nataka zurückgeführt
hat.
Neben dem Verfassen zahlreicher
Artikel veröffentlichte Vijaya Rao 1987 ihr
Buch „Abbild des Göttlichen - Bharata
Natyam, der klassische indische Tanz“, das
heute weit verbreitet ist und als Standardwerk
des klassischen indischen Tanzes gilt. Im gleichen
Jahr wurde sie zur Kulturbotschafterin der UNICEF
berufen und besuchte bis 1993 mehr als 600 Schulen
in der Schweiz mit ihrem Kulturaustauschprogramm
"Begegnung mit Indien". Ebenso ist sie
in periodischen Seminaren für Lehrer Aus-
und Fortbildung tätig. Vijaya Rao trat in
verschiedenen Sendungen des Schweizer Fernsehens
auf und Teile ihres UNICEF-Kulturprogramms wurden
in den nationalen Fernsehnachrichten ausgestrahlt.
Neben ihren Tanzaufführungen hat sie Vorträge
und Demonstrationen in allseits bekannten akademischen
Institutionen gehalten wie dem C.G. Jung Institut
Zürich, dem Pestalozzianum Zürich, dem
Musik Konservatorium Zürich, dem Monsun Institut
Hamburg, und dem Musik Konservatorium in Oslo.
1995 wurde ihr in Anerkennung ihrer Leistungen
und Verdienste als Bharata Natyam Tanzkünstlerin,
Lehrerin und Choreographin in Chennai (Madras)
der Titel "Natyakalabushani" (Juwel
der Tanzkunst) verliehen. Vijaya Rao zählt
heute zu den wenigen Bharata Natyam Meistern ihrer
Klasse, die ihrer Tradition treu geblieben sind.
Mit mehr als einem Vierteljahrhundert Erfahrung
in der Bharata Natyam-Schulung hat sie durch die
Nateschwara Akademie ein bis über die Landesgrenzen
hinaus bekanntes Zentrum für authentischen
Unterricht und traditionelle Lehrweise geschaffen.
Ihre pädagogische Arbeit in indischem Tanz,
indischer Musik und indischen Sprachen hat ihr
besonders auch in Indien hohe Anerkennung und
Bewunderung eingetragen.
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Lebenslauf.pdf
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